Monovetten

Probenahme

  1. Entnahme von Venenblut
  2. Uringewinnung
  3. Liquor cerebrospinalis

1. Entnahme von Venenblut

  • Verwendung der entsprechenden Abnahmegefäße (siehe Tabelle gewährleisten, auf eindeutige Beschriftung
       vor der Materialentnahme achten. Bei Funktionstests ist eine eindeutige Zuordnung der Proben zu sichern
       (Entnahmezeit, nüchtern, vor/nach Gabe, etc.).
  • Ausreichend dimensionierte Kanülen verwenden; beim Erwachsenen möglichst nicht unter Nr.12. Enge Kanülen
    und starker Unterdruck führen zu Hämolyse.
  • Die Blutentnahme sollte zwischen 8 und 9 Uhr morgens am nüchternen, liegenden Patienten
    (12 h Nahrungskarenz) erfolgen. Ein leichtes Frühstück stört die meisten Untersuchungen nicht, bei Parametern des Fettstoffwechsels ist eine 12 stündige Nahrungskaranz zwingend. Medikamente erst nach Blutentnahme verabreichen (Ausnahme: Spitzenspiegel).
  • Vor der Blutentnahme Patienten mind. 10 min. liegen lassen.
  • Bei Venenblutentnahme am Arm max. 1 min. stauen (Puls muss noch tastbar sein) Faust nicht ballen oder öffnen
    und schließen (pumpen).
  • Punktionsstelle mit zugelassenen Mitteln desinfizieren.
  • Zur Bestimmung von Blutethanol keine alkoholischen Desinfektionsmittel verwenden.
  • Sobald Blut fließt, Stauung lösen. Bei Entnahme von mehreren Blutproben auf keinen Fall
    das Gerinnungsröhrchen zuerst füllen (Freisetzung von Gerinnungsfaktoren durch Stauung und Punktion).
  • Empfohlene Entnahmereihenfolge bei der Venenblutentnahme: Blutkulturen --- Nativblut (Serum) --- Citratblut ---
    EDTA-/Heparinblut --- Fluorid-/ Oxalatblut

Bitte unbedingt beachten:

  • Blutentnahmeröhrchen mit Antikoagulantien (Citrat, EDTA, Heparin) vollständig füllen und sofort nach Blutentnahme zwecks Durchmischung mehrfach schwenken („über Kopf“), nicht schütteln!
  • Bei Infusionstherapie Blutentnahmen möglichst erst 1 Stunde nach Beendigung durchführen. Nicht oberhalb der Infusionsstelle abnehmen, anderen Arm punktieren.
  • Die Blutentnahme aus liegenden arteriellen oder venösen Zugängen vermeiden. Falls unumgänglich, sollte mindestens das 10fache Totvolumen des Katheters vorweg entnommen und verworfen werden.
  • Abgenommenes Untersuchungsmaterial umgehend zum Labor senden.
  • Lange Lagerung sowie extreme Temperatur- und Lichteinwirkung vermeiden.

Probenahmegefäße:

Material Sarstedt-Monovette Vacutainer
Serum weiß rot
Serum mit Trennhilfe braun goldgelb
EDTA-Blut rot violett
Citratblut (1+9)
Gerinnung
grün hellblau
Citratblut (1+4)
BSR
violett schwarz
Heparinblut (Na-/NH4-) blau grün
Heparinblut (Li-) orange orange
Fluoridblut (NaF) gelb grau
Urin gelb  

2. Uringewinnung

  • Für die meisten qualitativen und quantitativen klinisch-chemischen Untersuchungen kann Spontanurin eingesetzt werden.
  • Für den Streifentest sowie den Nachweis zellulärer Bestandteile sowie Zylinder („Urinstatus“) ist der 1. Morgenurin zu verwenden.
  • Für quantitative Untersuchungen ist der 2.Morgenurin zu bevorzugen.
  • Die Uringewinnung erfolgt mittels der dafür vorgesehenen Plastebecher bzw. gelben Urinmonovetten.
  • Der Transport ins Labor erfolgt in den gelben Urinmonovetten und sollte unmittelbar nach Uringewinnung erfolgen.
  • Bei Verdacht auf Drogen-/Medikamentenabusus Uringewinnung unter Aufsicht gewährleisten. (Gefahr der Probenmanipulation durch Vertauschen, Verdünnen, Kontamination mit Reinigungs-/Desinfektionsmitteln)

Sammelurin

Für die quantitative Erfassung von Parametern mit starken diurnalen Schwankungen ist die Gewinnung von Sammelurin, in der Regel 24-Stunden Sammelurin, erforderlich. Die Sammlung setzt eine korrekte Anleitung des kooperationsfähigen Patienten voraus. Die exakte Urinsammlung ist für das Analysenergebnis entscheidend!

  • Die Sammelperiode beginnt 7 Uhr morgens; der erste Morgenurin wird verworfen.
  • Danach Sammlung aller Urinproben bis 7 Uhr des Folgetages einschließlich des ersten Morgenurins.
  • Die Sammlung der einzelnen Urinportionen erfolgt in lichtundurchlässigen 1,5 l Plasteflaschen. Ist die Sammlung von angesäuertem Urin erforderlich, sind 10,0ml 10%er Salzsäure (im Labor erhältlich) vor Beginn der Sammlung in das Sammelgefäß zu geben und mit den nachfolgenden Urinportionen zu vermischen.
  • Ein Aliquot des Sammelurins ist unmittelbar im Anschluß an die Sammlung mit Angabe der Sammelmenge und Sammelzeit in das Labor zu senden.
  • Für die Bestimmung von ß-2-Mikroglobulin ist der pH-Wert jeder Urinportion zu prüfen und mit 1 molarer Natronlauge auf pH 6 – 8 (Universalindikatorpapier grün/blau) einzustellen.
  • Parameterspezifische Angaben zur Uringewinnung und Einhaltung eventueller Diäten sind im alphabetischen Leistungsverzeichnis unter dem betreffenden Parameter aufgeführt.
Urinanalysen die nur mit Säurezusatz durchgeführt werden können Oxalat, Vanillinmandelsäure, Katecholamine, 5-Hydroxiindolessigsäure
Urinanalysen, die aus angesäuertem oder aus nicht angesäuertem Urin durchgeführt werden können Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, anorg. Phosphat, Harnstoff, Creatinin, Glucose, Delta-Aminolaevulinsäure, Porphobilinogen, Hydroxyprolin
Urinanalysen, die nur ohne Säurezusatz durchgeführt werden können pH-Wert, Osmolalität, Chlorid, Harnsäure, Urinstatus/Sediment, Amylase, Urinproteine, Myoglobin, Porphyrine, Cortisol, Aldosteron, Pyridinolin, Spurenelemente
Urinanalysen, die leicht alkalisches Millieu erfordern ß-2-Mikroglobulin

3. Liquor cerebrospinalis

  • Die erforderliche Liquormenge hängt vom Untersuchungsumfang ab, eine Mindestmenge von 4,0 ml bei Erwachsenen sollte aber keinesfalls unterschritten werden.
  • Für Untersuchungen zum Proteinstatus ist die gleichzeitige Blutentnahme zur Serumgewinnung erforderlich.
  • Liquor sollte unter aseptischen Bedingungen in farblose Röhrchen mit Verschluss überführt werden.
  • Dabei ist folgende Entnahmesequenz zu beachten:

1. Die ersten 0,5ml sowie artefiziell blutigen Liquor verwerfen

2. Ca. 2ml für mikrobiologische Untersuchungen in gesondertes Röhrchen

3. Mind. 3ml für zytologische Untersuchungen, der Überstand kann für Klinischchemische Untersuchungen verwendet werden.

Liquorproben sofort nach Entnahme zum Labor!